Die historische Forschung zum Buch entwickelte sich im Rahmen der verschiedenen Disziplinen: erstens als „notitia (historia) librorum", „historia litteraria", „bibliographia" u. a., dann als ein Teil der Literatur-, Wissenschafts-, Kultur-, sogar Technikgeschichte. Es entstand auch, vor allem auf Grund der Inkunabelforschung, eine autonome Buchhistoriographie. Die günstige Wirkung auf die weitere Entwicklung der Disziplin hatte die Kristallisierung der Buchwissenschaft (Bibliologie) und der Bibliothekswissenschaft.
Die heutige erkenntnistheoretische Lage der Buchgeschichtsschreibung ist von ihrer Selbständigkeit oder ihrem Unterordnen den anderen Wissenschaftsdisziplinen /Buch- und Bibliothekswissenschaft, Informations- und Kommunikationswissenschaften u. s. w./ bestimmt. Verschiedene Sonderprobleme der Buchgeschichte sind dauernd Forschungsgegenstände vieler historischen und philologischen Disziplinen.
Innerhalb der Buchgeschichtsschreibung von heute gehen parallel Prozesse der Integration und der Desintegration vorwärts. Es entwickelte und bereicherte sich der Begriffsapparat der Disziplin. Sie erforscht nicht nur das Buch als eine besondere Zusammenstellung der materiellen Form und des geistigen Inhalts, aber auch die Prozesse der Herstellung, der Verbreitung und der Rezeption des Buches, und, in der Folge, die gesamte Buchkultur der Vergangenheit.
Es entstanden die nationalen Schulen der Buchhistoriographie (z. B. „école française d'histoire du livre"), die ihre eigenen Merkmale und Besonderheiten haben. Im weltlichen Maßstab ist für die heutige Buchgeschichtsschreibung eine neue organisatorische Situation und die Institutionalisierung der Forschung charakteristisch. Die Forschung zur Geschichte des Buches bringt der gesamten Humanistik wertvolle Daten und Verallgemeinerungen.

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