Du šiaurės žemaičių diachroninės fonologijos etiudai
Straipsniai
Aleksas Girdenis
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Publikuota 2026-01-28
https://doi.org/10.15388/Baltistica.42.2.1167
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Reikšminiai žodžiai

diachronija
fonologija
žemaičiai

Kaip cituoti

Girdenis, A. (vert.) (2026) „Du šiaurės žemaičių diachroninės fonologijos etiudai“, Baltistica, 42(2), p. 169–184. doi:10.15388/Baltistica.42.2.1167.

Santrauka

Im Beitrag werden anhand der Analyse zahlreicher Tonbandaufnahmen der nordžemaitischen Mundart und wichtigster Sprachdenkmäler des 18. und Mitte des 19. Jh. dieser Mundart folgende Schlussfolgerungen gezogen:

1. An vielen Orten des nordžemaitischen Sprachraums sind die Formen des Genitivs Singular mit dem offenen Vokal [e] vor dem stammschließenden Laut erhalten geblieben: àkmẽns akmeñs ‘des Steines’, lẹ̀imens liemeñs ‘des Rumpfes’, pẹ̀imens ~pie­meñs ‘des Hirten’, rọ̀dens ~ rudeñs ‘des Herbstes’, stọ̀umens stuomeñs ‘des Rumpfes, der Gestalt’, tèšmẽns tešmeñs, ‘des Euters’, (v)ọ́ndêns ~ vándens ‘des Wassers’. Dies zeugt überzeugend davon, dass [ẹ] oder [i] der nichtbetonten Silben, der an Stelle dieses [e] in anderen Kasus erscheint (z.B.: lẹ́imẹnệi ~ líemenie ‘dem Rumpf’, stọ̾umẹni/stộuminstúomenį ‘den Rumpf, die Gestalt’), eine ziemlich junge phonetische Erscheinung darstellt, die bereits nach dem Vokalausfall in der Endung -es entstanden ist (-enes -ens).

Die Erscheinung ist bis jetzt lebendig (vgl. ne̾.še nẽšė ‘trug’ : pã˙rnẹše ~par̃nešė ‘holte’, ve̾.de ~ vẽdė ‘führte’: ẹ̾.švẹde ìšvedė ‘führte hinaus’), deshalb darf sie keinesfalls für das Erbe der Kurischen Sprache gehalten werden, sie kann auch mit der indogermanischen Schwundstufe nicht in Verbindung gebracht werden, denn [ẹ] ist an Stelle von [e] nicht nur vor Sonanten, sondern auch vor verschiedenen anderen Konsonanten möglich (vgl. lûopẹta ~ lópeta ‘der Spaten’, ọ̃udẹgà ~ uodegà ‘der Schwanz’).

2. Die Präsensformen des nordžemaitischen infixalen Verbs kristi krĩmt krim̃ta ‘fällt’ u. a. sowie der Germanismus grũmts ~ grum̃tas ‘der Grund’ zeigen, dass zumindest in einigen Gebieten dieser Mundart ein natürlicher indogermanischer Wechsel -mt- > -nt- (dèši̾˙mtẹ̀s dešimtìs ‘zehn’, dèšĩmts dešim̃tas ‘der zehnte’, šĩmts šim̃tas ‘hundert’> *dèši̾˙ntẹs, *dèšĩnts, *šĩnts) stattgefunden hat. Die regressive Entwicklung *šĩnts šĩmts ‘hundert’, die wegen der Sprachkontakte begonnen hatte, wurde als eine allgemeine Regel -nt- > -mt- reinterpretiert und dies hat solche hyperkorrektiven Veränderungen wie krĩnt krĩmt, grũnts grũmts bewirkt.

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