Über Beziehungen der altpreußischen Gewässernamen zu Tier- bzw. Vogelnamen
Im vorliegenden Artikel wird der derivative Zusammenhang der altpr. Gewässernamen mit Tier- bzw. Vogelnamen behandelt. Dabei werden die hidronymischen Parallelen der anderen baltischen Sprachen angeführt. Bei einer gewissen Anzahl von altpr. Gewässernamen läßt sich dieser derivative Zusammenhang mit Tier- bzw. Vogelnamen mit viel Wahrscheinlichkeit feststellen, z. B. Bebra – altpr. bebrus „Biber“, Gerthin – altpr. gerto „Henne“, gertis „Hahn“, Gulbig – altpr. gulbis „Schwan“, Geyserich – altpr. geeyse „Reiher“, Iwanthi – lit. ývas „Uhu“, Kavnyne – altpr. caune „Marder“, Lusygeynen – altpr. luysis „Luchs“, Serenappe – lit. šérnas „Wildschwein“Sirgun – altpr. sirgis „Hengst“, Suna – altpr. sunis „Hund“. Jedoch der äußere Gleichklang bei Tier- bzw. Vogel- und Gewässernamen kann manchmal auch zufällig sein. In solchen Fällen ist es schwer zu unterscheiden, ob der Gewässername auf einen Tier- bzw. Vogelnamen oder auf eine idg. (bzw. baltische) Wurzel zurückzuführen ist, z. B. Alne – altpr. alne „tyer“ oder idg. *el-/*ol- „fliesen, strömen“, Arelen – altpr. arelis „Adler“ oder idg. *ar- (*er-/*or-) „in Bewegung setzen, erregen“, Asswene – lit. ašvà „Stute“ oder lat. aqua, got. ahva „Wasser, Jawthe – lit. jáutis „Ochse“ oder lit. jáuti „vermischen“, lett. jaut „mischen“, Warne – altpr. warne „Krähe“ oder idg. *uer-/*uor- „Wasser, Regen, Fluß“, Wilkus – altpr. wilkis „Wolf“ oder lit. vil̃kti, lett. vilkt „schleppen, ziehen“.

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