SILBENINTONATIONEN BEI FRIEDRICH KURSCHAT (Akustische Rekonstruktion)
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Aleksas Girdenis
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Published 2026-01-28
https://doi.org/10.15388/Baltistica.43.3.1394
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Keywords

Kuršaitis
priegaidės

How to Cite

Girdenis, A. (tran.) (2026) “SILBENINTONATIONEN BEI FRIEDRICH KURSCHAT (Akustische Rekonstruktion)”, Baltistica, 43(3), pp. 381–404. doi:10.15388/Baltistica.43.3.1394.

Abstract

Die Versuche  der lautlichen Synthese, die mithilfe des von den holländischen Spezialisten Paul Boerma und David Weenink geschaffenen Computerprogrammpakets Praat durchgeführt wurden, weisen nach, dass in der „Grammatik der littauischen Sprache“ (1876) Friedrich Kurschats (lit. Kuršaitis) im Abschnitt zur Betonung und zu Silbenintonationen abgedruckte Noten ganz gut zeigen, wie zu seiner Zeit die Intonationen der betonten Silben geklungen haben.

Während der Grundton des Dehntons von Vokalen und reinen Diphthongen um das Intervall der kleinen Terz ansteigt, steigt er bei gemischten Diphthongen um ein Quartenintervall an. Der Stoßton fällt immer um ein Quintenintervall. Synthetisierte Silbenintonationen sind in allen Fällen sehr deutlich und leicht unterscheidbar; sie erinnern in hohem Maße an die Silbenintonationen von heutigen südlichen Westhochlitauern, der sogenannten Zanavykai und westlichen Kapsai, aber klingen sie ausdrucksstärker.

Da keine weiteren Merkmale der Laute außer dem Grundton (oder Grundfrequenz) modifiziert wurden, zeigt die Untersuchung eindeutig die musikalische Natur der Silbenintonationen auf. Höchstwahrscheinlich ist die Natur der Silbenintonationen genauso auch in der gegenwärtigen litauischen Sprache, zumindest in den Dialekten, die dem Standard­litauischen am nächsten stehen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Experiments – Wörter mit modifizierten Silbenintonationen – sind im Internet unter  http://www.flf.vu.lt/sintezuotospriegaides/ zu finden.

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