DIE VERBINDUNGEN*lē, *rē, *sē IM GEBIET VON MIELAGĖNAI
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Vytautas Kardelis
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Published 2026-01-28
https://doi.org/10.15388/Baltistica.43.3.1398
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Keywords

Mielagėnai

How to Cite

Kardelis, V. (tran.) (2026) “DIE VERBINDUNGEN*lē, *rē, *sē IM GEBIET VON MIELAGĖNAI”, Baltistica, 43(3), pp. 485–494. doi:10.15388/Baltistica.43.3.1398.

Abstract

In dem Aufsatz werden die synchrone Verteilung der Reflexe der langen Verbindun­gen *, *, *sē und ihre Bildungsmotive im Gebiet von Mielagėnai untersucht. Die synchrone Verteilung dieser Verbindungen ist wie folgt: in betonter Position treten drei verschiedene Reflexe auf: Verbindungen la∙ra∙sa∙, z.B.: gerklã∙n ‘in die Kehle’, pragulá∙ ‘lag eine bestimte Zeit’; suderá∙tα ‘vereinbart ’, nesá∙ʒ̑‘ich sitze nicht’; b) Verbindungen lɛ∙rɛ∙sɛ∙, z.B.: išlɛ̃∙ki. ‘fortgelaufen’, turέ∙‘ich werde haben’, sέ∙di ‘sitzt’; c) Verbin­dungen lɔ∙rɔ∙sɔ∙, z.B.: galɔ́∙ ‘konnte’; rɔ̃∙ke ‘schreit’, sɔ́∙ʒi ‘sitzt’. In unbetonter Position gibt es zwei verschiedene Reflexe: a) Verbindungen la.ra.sa., z.B.: .šla.kie ‘lief fort’, p.sa. ‘Hälfte’; p.mira. ‘starb’; b) Verbindungen lɛ.rɛ.sɛ., z.B.: sá.ulɛ.s ‘der Sonne’, pùsɛ. ‘Hälfte’; p.mirɛ. ‘starb’. Nicht davon betroffen sind die Verbindungen lɔ.rɔ.sɔ. in unbetonter Position. Diese Verbindungen sind fakultativ, da in denselben Positionen frei verwendbar. Dies gilt sowohl in betonten als auch in unbetonten Silben. Der Aufsatz dient der Untermauerung der Hypothese, dass die Verschiedenartigkeit dieser Reflexe das Resultat eines phonologischen Prozesses, nämlich einer Neutralisierung ist. Die Ref­lexe der ersten Gruppe sind nun auch die reguläre Folge eines Neutralisierungsprozesses. Entscheidende Bedeutung bei der Herausbildung der Reflexe der unter b) behandelten Gruppe kam der Tendenz zur Verengung der Vokale von niederer Artikulation und dem sich erneuernden Neutralisierungsprozess zu. Die Verbindungen der unter c) behandel­ten Gruppe lɔ∙rɔ∙sɔ∙ sind als hyperkorrekte Bildungen zu behandeln. Sie treten deshalb auf, weil die Verbindungen la∙ra∙sa∙ bisweilen bereits nicht mehr als Folge einer Neu­tralisierung der Verbindungen *, *, *sē betrachtet werden, sondern als etymologische Verbindungen mit dem Vokal a∙.

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