Die Komödie “Der Gestiefelte Kater” von Ludwig Tieck: die Gestalten der romantischen Ironie
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Vigmantas Butkus
Published 2007-01-01
https://doi.org/10.15388/Litera.2007.4.7954
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Butkus V. (2007) “Die Komödie ‘Der Gestiefelte Kater’ von Ludwig Tieck: die Gestalten der romantischen Ironie”, Literatūra, 49(4), pp. 19-27. doi: 10.15388/Litera.2007.4.7954.

Abstract

Am Anfang des vorliegenden Beitrags wird kurz der Begriff der romantischen Ironie und deren Einfluss auf die Wahrnehmung des literarischen Subjekts vorgestellt. Er beruht hauptsächlich auf den Arbeiten von Friedrich Schlegel, d. h. auf seine grundlegenden, chrestomathischen Maximen über die Ironie (z. B.: “Ironie ist klares Bewußtsein der ewigen Agilität, des unendlich vollen Chaos” u. a.). Es wird auch Rücksicht auf die Kritik genommen, die Georg Hegel und Sųren Kierkegaard gegenüber der romantischen Ironie geäußert haben. Im Hauptteil des vorliegenden Beitrags, in dem man sich direkt mit der Komödie bzw. mit dem Märchen “Der Gestiefelte Kater” (1797) von Ludwig Tieck befasst, wird zuerst darauf Aufmerksamkeit gemacht, dass die beiden Genres (Komödie und Märchen) in der Romantik als besonders frei, demokratisch und offen für das Neue betrachtet wurden. Ferner werden verschiedene Gestalten der romantischen Ironie und auch ihr Ausdruck im Drama “Der Gestiefelte Kater” interpretiert: herrschende Karnevalstimmung; Negation und Parodie, die den Eindruck der ästhetisch angenehm wirkenden “schönen Zerstörung” hervorrufen; metatextuelle Autoreflexion und Autoparodie; Dekonstruktion der Bühnenwirklichkeit; Vertauschen von Raum und Zeit auf der Bühne und “in der Wirklichkeit” u. a. Es wird angenommen, dass als adäquatester Ausdruck der romantischen Ironie das ästhetische Karnevalspiel in der Komödie zu betrachten sei, in dem die ständige Änderung von Spielregeln codiert ist.
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