Kontrastive Lexikologie und zweisprachige Lexikografie: ineinander, nebeneinander, füreinander?
Articles
Daumantas Katinas
Published 2009-01-01
https://doi.org/10.15388/Klbt.2009.7623
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How to Cite

Katinas D. (2009) “Kontrastive Lexikologie und zweisprachige Lexikografie: ineinander, nebeneinander, füreinander?”, Kalbotyra, 600, pp. 37-47. doi: 10.15388/Klbt.2009.7623.

Abstract

Kein anderer Zweig der Linguistik steht der kontrastiven Lexikologie so nahe wie die zweisprachige Lexikografie. Davon zeugen vor allem ein steigendes lexikografisches Interesse an lexikologischen Problemen (vgl. Wiegand 1998b), zahlreiche Studien von F. J. Hausmann (1995), P. R. Lutzeier (1995a, 2002), K. T. Thomsen (1995), H. E. Wiegand (2000), D. Dobrovol’skij (2002), M. Vachkova (2002), M. Schlaefer (2009), D. A. Cruse et al. (2002) sowie internationale Tagungen, wobei diese Disziplinen meistens voneinander kaum abzutrennen sind. Dies liegt vor allem daran, dass ein gewisser Teil der kontrastiv lexikologischen Untersuchungsergebnisse in zwei- oder mehrsprachigen Wörterbüchern seine Stelle findet und man sich bei lexikografischen Untersuchungen auch mit einigen Problemen der kontrastiven Lexikologie auseinandersetzt (Äquivalenzproblem, „falsche Freunde“ des Übersetzers, Polysemie und ihre Darstellung, Gebrauchsbeispiele der Lexeme u. A.). Wenn sich auch über diese Teilbereiche der Wissenschaft nicht wie über siamesische Zwillinge sprechen lässt, obwohl beispielsweise bei A. Rey zwischen Lexikografie, Lexikologie und lexikalischer Semantik praktisch nicht unterschieden wird (vgl. Spillner 1997, 328), so bestehen zwischen diesen Disziplinen trotzdem sehr viele Berührungspunkte im Bereich ihrer Grundlagen (ihr Gegenstand ist der Wortschatz), Zielsetzungen (Erforschung und Strukturierung des Wortschatzes), Analyseverfahren (Onomasiologie, Semasiologie in der Lexikologie und onomasiologische bzw. semasiologische Wörterbücher in der Lexikografie u. Ä.), Erkenntnisinteressen (Probleme der Polysemie, Homonymie usw.) u. Ä. Ungeachtet dessen fehlt es an einer umfassenden Studie, in der diese Disziplinen ausführlich miteinander verglichen werden. Michael Schlaefer behandelt sie in seinem Werk auch getrennt voneinander, und ein kurzer Vergleich dieser Disziplinen mit Hervorhebung ihrer Ähnlichkeiten sowie Unterschiede findet sich nur in der Einführung (vgl. Schlaefer 2009, 1f.). Daher wird im folgenden Beitrag ein Versuch unternommen, die Fragen, welche konkreten Gemeinsamkeiten zwischen diesen wortschatzbasierten linguistischen Zweigen bestehen, in welchen Punkten sie ihre spezifischen Merkmale aufweisen und inwieweit sie aufeinander angewiesen sind, zu beantworten und somit der lexikologisch-lexikografischen Diskussion hinzuzufügen.
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