MARTYNAS JANKUS UND VYDŪNAS: GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE
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VACLOVAS BAGDONAVIČIUS
Published 2015-01-01
https://doi.org/10.15388/kn.v52i0.7868
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BAGDONAVIČIUS V. (2015). MARTYNAS JANKUS UND VYDŪNAS: GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE. Knygotyra, 52, 90-106. https://doi.org/10.15388/kn.v52i0.7868

Abstract

Martynas Jankus (1858–1946) und Vydūnas (1868–1953) sind die herausragendsten Persönlichkeiten, die sich am Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Kleinlitauen in der litauschen Nationalbewegung engagierten. Beide Männer machten sich um die Herausgabe der litauischen Zeitung Aušra verdient, sie begegneten sich bei den Veranstaltungen der Birutė – Gesellschaft, bei der Herausgabe litauischer Publikationen, bei den Festen am Rambynas – Berg. Darüber hinaus pflegten sie auch privaten Kontakt. Besonders stark verband die Beiden jedoch ihr Engagement gegen Bismarcks Politik der Germanisierung der litauischstämmigen Bevölkerung.
Martynas Jankus vertrat dabei die radikaleren Positionen – nicht nur in seiner Herausgebertätigkeit, sondern auch in seinem politischen und seinem kulturellen Engagement für Kleinlitauen. Obwohl Jankus nur eine Grundschulausbildung genossen hatte, war er so gebildet, dass er mühelos öffentliche Reden und politische Schriften verfassen konnte. Aufgrund all seiner Aktivitäten gilt er als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der kleinlitauischen Nationalbewegung. Von ihm gingen zahlreiche Impulse für die Stärkung nicht nur des kulturellen, sondern auch des politischen Bewusstseins der kleinlitauischen Bevölkerung Ostpreußens aus – nicht zuletzt mobilisierte Jankus seine Landsleute zu konkreten Aktionen für die Verteidigung ihrer Rechte.
Vydūnas hingegen vertrat gemäßigtere Anschauungen und richtete sein Augenmerk besonders auf die Unterstützung der geistigen Kultur seiner Landsleute, auf die Stärkung ihres Nationalbewusstseins und nicht zuletzt ihrer Selbstachtung. Dazu setzte er sein Wissen und seine Bildung ein, die er sich u.a. als Gasthörer an deutschen Universitäten erworben hatte. Vydunas gilt als herausragender Dramatiker, Philosoph, als Chorleiter und Regisseur. Seine Hinterlassenschaft bereicherte in hohem Maße die gesamtlitauische Kultur, stärkte ihre intellektuelle Kraft und eröffnete neue Horizonte für ihren künstlerischen Ausdruck.
Beide – Martynas Jankus und Vydūnas – betrachteten es als ihr Lebenswerk, dem litauischen Volk seine Kultur zu erhalten und zu stärken.

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